Samstag, 25. Oktober 2014

End of the first quarter, Homecoming, Graduation, Poetry Contest, ValPLAYso und Chicago

Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #8                                               26.10.14

Hahallihallo Leute!

Dieser Blog ist für meine Familie und für meine Freunde. Hier werdet ihr über die neusten Ereignisse informiert, die mein Austauschjahr 2014/2015 in Valparaiso, IN, USA betreffen!

Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht.


Nach etwas mehr als einem Monat berichte ich euch, was in den letzten Wochen alles passiert ist! Und es ist eine Menge passiert!

Mittlerweile hat sich schon eine Routine gebildet. Jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen, duschen, frühstücken, zur Schule fahren und zur selben Zeit Schluss haben. Ich würde sagen: Alltag. Für mich ist das kaum zu glauben, aber ich gehe jetzt schon seit neun Wochen in die Schule! Und damit ist ein Viertel beendet. Die beiden Semester werden noch einmal geteilt, sodass jeder Schüler alle neun Wochen einen Zwischenstand erhält. Weil diese neun Wochen vorbei sind, haben wir jetzt Herbstferien, die leider nur vier Tage gehen. Ich bin voll und ganz zufrieden mit meinen schulischen Leistungen, denn ich habe ein A- (2-) und sonst nur A's (2) und unter den Umständen betrachtet, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist und am Anfang alles sehr verwirrend war, bin ich stolz auf diese Noten. Hört sich vielleicht nicht so besonders an, aber verglichen mit amerikanischen Schülern bin ich über dem Durchschnitt. Ich kann aktiv im Unterricht mitmachen und kein Lehrer hat etwas dagegen, wenn ich ständig etwas übersetze. Probleme in der Schule habe ich bis jetzt nicht, die Anforderungen sind aber auch etwas geringer als in Deutschland. Hausaufgaben und Tests sind einfach nicht auf dem gleichen Niveau. Ausnahmen sind sogenannte AP Kurse. Ein Kapitel im Buch (10 bis 40 Seiten), mindestens fünf Arbeitsblätter und ein Test und das alles in drei Tagen. Bei 60+ Kapiteln ist das schon anstrengend. Diese Kurse bringen extra Punkte für's College und müssen deswegen so schwierig sein. Zum Glück muss ich keinen dieser Kurse nehmen. Zugegebenermaßen, ich habe AP US History versucht, aber es ist einfach unmöglich. Also habe ich den Kurs gewechselt, was auf jeden Fall eine sehr gute Entscheidung war. Ich versuche die Möglichkeit zu nutzen und nehme nur Fächer, die es in Deutschland einfach nicht gibt. Nächstes Semester werde ich auch ganz andere Fächer haben als jetzt. Insgesamt waren diese ersten neun Wochen sehr gut und lehrreich. Der Start war ein bisschen langsam, aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles.
Genau vor zwei Wochen stand in der Schule der Homecoming Dance an. Das ist wirklich eine 
große Sache hier. An einem Freitag fand ein Football Spiel statt und am folgenden Samstag dann der eigentliche Tanz. Zu diesem Anlass fragt ein Junge ein Mädchen zu einem Date. Meistens wird dann angenommen, dass man eine Beziehung hat oder so, aber das sollte man vorher klarstellen. Oder man geht mit seinen Freunden. Ich habe ein tolles Mädchen namens Emily gefragt, die ich seit meinem ersten Schultag kenne und sie hat "ja" gesagt (wir sind nur Freunde)! Mit schickem Anzug und Krawatte habe ich sie dann abgeholt. Meistens geht man vor dem Tanz etwas in einem Restaurant essen, aber wir haben uns mit ein paar anderen Freunden verabredet, die ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig kannte. Wir bestellten Pizza und haben Gruppenfotos gemacht. Kurz vor 20:00 Uhr sind wir dann alle zusammen in die Schule gefahren. Die Schlange war lang und die Tickets ($12) mussten im voraus bezahlt werden. Schnell die Jacke abgegeben und dann waren wir auch schon mitten im Geschehen. Theoretisch gesehen ist es einfach nur eine Dicso in der Schule. Ich weiß wirklich nicht warum man sich dafür so schick macht, aber das gehört einfach dazu. Ungefähr 800 Schüler von insgesamt 2100 waren dort. Ein DJ hat Musik aufgelegt und einige Lehrer haben Getränke vorbereitet. Das ist auch dringend nötig, da es in der Cafeteria ultra heiß wird. Vorallem, wenn so viele Leute da sind. Jeder der mich kennt weiß, dass Party und Tanzen nicht gerade zu meinen Stärken gehören, aber nach einem seltsamen Start, wo keiner wirklich anfangen wollte, haben wir einfach getanzt. Ich möchte wirklich kein Video von mir dabei sehen. Wahrscheinlich sah alles total bekloppt aus. Aber es hat Spaß gemacht, sogar so viel Spaß, dass ich nach zwei Stunden dachte, wir wären erst seit 20 Minuten dort. Das Motto war "Dancing through the Decades", was total sinnlos war, weil eh nur aktuelle Lieder gespielt worden waren. Na ja, beschweren sollte ich micht nicht, das war wahrscheinlich ohnehin besser. Insgesamt ging das Ganze drei Stunden, die wirklich im Flug vergangen sind. Das war bis jetzt einer der besten Abende hier, also bin ich super froh, dass ich gegangen bin. Zwei weitere Tänze stehen noch bevor und ich freue mich jetzt schon darauf!
Letzte Woche wurde ich aus dem Unterricht ins Main Office gerufen. Ich wurde gefragt, ob ich an der Schule Abschluss machen will. Eigentlich war das nicht m
Letzte Woche wurde ich aus dem Unterricht ins Main Office gerufen. Ich wurde gefragt, ob ich an der Schule Abschluss machen will. Eigentlich war das nicht möglich, da ich als Junior galt und nur Seniors Abschluss machen können. Aber für Austauschschüler wird immer eine Ausnahme gemacht, also wurde ich einfach zum Senior "befördert." Ich (und die meisten anderen Austauschschüler auch) werde am Ende des Jahres an der Graduation-Ceremony teilnehmen. Ich werde ein Diplom erhalten, womit ich theoretisch an ein amerikanisches College gehen kann. Diese Möglichkeit möchte ich wirklich nicht verpassen! Nun habe ich meine Robe und diesen speziellen Hut bestellt und schon jetzt freue ich mich total darauf auf der Bühne zu stehen und mein Diplom zu erhalten. Vielleicht bietet sich ja die Möglichkeit, dass ich einer der Abschlussreden halten darf. Ich finde das echt super, dass sich die Schule bemüht etwas für uns möglich zu machen und uns so viel bieten will wie möglich. Ich sehe Graduation als ein Privileg, welches ich unbedingt nutzen möchte!
Vor ein paar Wochen hatten wir in Journalism ein Projekt 
Vor ein paar Wochen hatten wir in Journalism ein Projekt über Frieden. Wir konnten so ziemlich alles machen, also haben manche einfach ihre Gedanken zu dem Thema geäußert, etwas gemalt oder (mein Favorit) Kuchen gebacken, der für Frieden steht. Oder so. Das habe ich nicht wirklich verstanden aber es war auf jeden Fall lecker. Wie auch immer, mein Beitrag war ein Gedicht. Für mich ist das die beste Weise mich auszudrücken. Es kam in der Klasse sehr gut an und die Lehrerin hat mich ein paar Tage später auf einen Poetry Contest aufmerksam gemacht (eine weitere Möglichkeit, die ich mir nicht entgehen lassen wollte). Dieser wird von der Women's Association veranstaltet und man kann einfach ein Gedicht jeglicher Form über jedes Thema einsenden. Gestern war Einsendeschluss und schon am 28.10 werden die Gewinnder bekannt gegeben! Der Gewinner erhält $50, der zweite und dritte Platz $40 und $30. Weitere gute und erwähnenswerte Gedichte erhalten $10. Ich hoffe, dass mein Gedicht einen Eindruck hinterlässt und vielleicht gewinne ich sogar einen Preis!
Ein anderes aktuelles Thema zurzeit ist ValPLAYso. Das ist ein Projekt der Stadt, in dem ein Spielplatz gebaut wird. Ohne freiwillige Helfer geht da nichts. Das ganze Baumaterial wurde gespendet (!) und keiner wurde f
ür seine Arbeit bezahlt. Man konnte sich einfach anmelden und mithelfen. Es gab Koordinatoren, die alles koordiniert und einem eine Rolle zugeteilt haben. Innerhalb von acht Tagen wurde ein super Spielplatz aus dem Nichts erschaffen und ich habe auch mitgeholfen. Natürlich wurde alles schon Monate im vorraus geplant und bald wird es eine Eröffnungsfeier geben. Dieses Projekt gibt es schon seit mehreren Jahrzehnten, aber nach fast zwanzig Jahren wurde alles alte abgerissen und ein neuer gebaut. Am Anfang war ich nicht wirklich begeistert. An einem Spielplatz ist ja nichts wirklich besonders. In Deutschland habe ich noch nie darüber nachgedacht, sie waren einfach da. Aber zu sehen das so viele Menschen freiwillig etwas für die nächste Generation tun, hat mich sehr beindruckt. Es hat auch sehr viel Spaß gemacht mitzuhelfen, denn jede Hilfe war willkommen und man hat sich über jede zusätzliche Hand gefreut. Eine tolle Erfahren für mich!
Da wir ja gerade Ferien haben, haben wir beschlossen einen kurzen Ausflug nach Chicago zu machen. 
Für Wochenendausflüge ist diese Metropole ideal, da Chicago nur eine Stunde entfernt ist und alles bieten kann. Die Skyline sieht atemberaubend aus, auch wenn wir nicht wirklich Downtown waren. Es gibt sehr viel zu sehen, also wollen wir uns auf etwas einigen. Es gibt viele interessante Museen und diesmal sind wir und das Museum für Science and Industry gegangen. Ein riesiges Gebäude mit sehr vielen interaktiven Attraktionen. Der erste Teil ist über Genetik. Dort gibts es befruchtete Hühnereier und genau als wir da waren, ist eins geschlüpft. Super interessant und spannend zu sehen! In der nächsten Abteilung gibt es Chicago und Seattle als Miniaturmodelle. Von der Decke hängen original Flugzeuge und deutsche Kampjäger aus dem 2. Weltkrieg. Es gibt Experimente mit Tornados, Lawinen, Tsunamis, Elektrizität und Licht. Sie erzeugen sogar einen deckenhohen Luftwirbel. Man kann auch spezielle Attraktionen besuchen, wie zum Beispiel in eine Kohlemine unter dem Museum gehen. Die Führungen sind super und interessant gestaltet. Ein Respekt an die Mitarbeiter! Highlights waren auf jeden Fall die Sektionen über das Weltall, die Planeten und die Mondlandung. Aber das beste war die Führung durch ein original deutsches U-Boot welches 1944 von den Amerikanern übernommen worden ist. Nicht jedes Museum hat so ein riesiges Ding im Keller! Zum Abschluss sind wir in ein Spiegelkabinett gegangen. Ich glaube ich habe mir meine Nase gebrochen...

Ein Viertel meiner Schulzeit ist um. Ich bin jetzt schon fast drei Monate hier, also fast ein Drittel dieses Jahres. Die Zeit rast, also will ich sie so gut nutzen wie moeglich.

Henry






Freitag, 5. September 2014

Über Schule, Clubs, Freunde und Popcorn...

Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #7                                         05.09.14

 Hahallihallo Leute!

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Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht.  

Es sind wieder ein paar Tage vergangen und natürlich sind wieder einige Dinge passiert! Mittlerweile gewöhne ich mich an den Schulalltag, denn dieser ist wirklich ganz anders als in Deutschland. Durch das Kurssystem lerne ich die unterschiedlichsten Leute kennen. Viele Mädchen finden meinen Akzent "süß" wie sie sagen. Ein großer Pluspunkt, wie ich finde :). So habe ich schon ein paar Freunde gefunden und mich auch mit ihnen nach der Schule getroffen.
Der Unterricht wird spannend gestaltet. Youtube gehört längst zur normalen Stunde dazu und oft werden die Klassensätze von IPads und Laptops herausgegeben. Es gibt viele Diskussionen und Projekte. Zum Beispiel plant gerade jeder ein Experiment in Psychology. Wir untersuchen, wie Mitschüler auf eine bestimmte Situation reagieren. Es können auch Umfragen oder Beobachtungen gemacht werden. Die Ergebnisse werden dann in der Klasse vorgestellt und bewertet. Notizen werden fast gar nicht gemacht. Die meisten Lehrer benutzen Arbeitsblätter, sodass niemand etwas aufschreiben muss. Befürworte ich nicht, da man sich die Dinge einfach besser merken kann, wenn man sie aufschreibt, aber so ist es. Viele Lehrer machen Witze und manche davon sind sogar lustig! Allgemein wird viel gelacht und dadurch wirken die Stunden nicht ganz so ernst. Auf jeden Fall eine Erleichterung für mich. Ich habe auch das Gefühl, dass die Lehrer viel motivierter sind. Die meisten sind männlich und noch relativ jung. Viele sind erst in den 30ern oder Anfang 40. Sie laufen durch den halben Raum und wirken etwas hyperaktiv. Letzte Woche hat mein Psychologylehrer einfach angefangen zu schreien. Ohne Grund, aber danach waren wenigstens alle wach. Arbeiten tun wir natürlich auch, zumindest ein bisschen. Schon nach vier Tagen wurden die ersten Tests angekündigt. Ich hatte voll Panik, weil wir noch gar nichts richtiges gemacht haben. Wissen wird aber gar nicht vorrausgesetzt. Denn die meisten Tests sind Multiple Choice. Und mit Partner. Und mit Buch. Und wenn man eine Antwort nicht weiß, fragt man einfach den Lehrer. Habe ich nichts dagegen. Natürlich wird das nicht immer der Fall sein, aber für den Moment bin ich ganz zufrieden. Besonders, weil ich viele Wörter in den Büchern übersetzen muss und deswegen das Lernen zu Hause noch länger dauert. Ich bin jeden Tag mit Hausaufgaben für 30-60 Minuten beschäftigt. Irgendwann muss man auch etwas richtiges lernen...
So langsam beginnen die Schulclubs. Überall hängen Zettel, die für diese werben. Die meisten sind direkt nach der Schule, 1x pro Woche oder Monat. Bis jetzt war ich im German Club, der sehr vielversprechend wirkt. Viele Leute waren dort und sind offensichtlich interessiert. Der Club kostet $15 pro Jahr und dieses Geld wird für Ausflüge nach Chicago, Filmabende oder !!!Pizza!!! ausgegeben. Ich bin wirklich sehr gespannt auf die weiteren Treffen. Nächste Woche ist das erste Meeting für den Writers Club. Ich will auf jeden Fall dorthin gehen und mich mit anderen (Hobby)- Autoren austauschen.
Morgen findet das Popcorn Festival in Valpo statt! Da mein Vater Pastor in einer der vielen Kirchen hier ist, haben wir ein float (= Festwaagen) gebaut, welches die Kirche repräsentiert. Es hat super viel Spaß gemacht mitzuhefen und ich freue mich total auf morgen! Wir haben lange gearbeitet und ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Natürlich sind wir nicht die Einzigen.Viele haben ein float gebaut und alle werden morgen präsentiert. Alle sind unterschiedlich, aber trotzdem haben sie eine Gemeinsamkeit: Popcorn. Entweder sind sie mit einer dicken Schicht bedeckt oder es hängen Kornpflanzen von ihnen herunter. Bestimmt werde ich ganz viele Fotos machen und sie mit euch teilen. Das wird super!

Euer Henry


 
 

Samstag, 16. August 2014

Ankuft in eine neues Leben!


Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #6                                          16.08.14

 Hahallihallo Leute!

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Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht.  


Seit 9 Tagen bin ich jetzt hier. Ist es gut? Ja. Wie ist deine Familie? Super. Wann geht die Schule los? Bald. Schon eingelebt? So ziemlich. Irgendwelche Probleme? Noch nicht. Vermisst du Deutschland? Nicht wirklich. Kommt vielleicht noch. Die Sprache? Manchmal langsam, aber verstaendlich. Schon Freunde gefunden? Ja. Und sonst so? Alles cool. 

Die etwas laengere Version: (Sorry, ich habe auf der amerikanischen Tastatur keine Umlaute und irgendwie die Einstellungen zu aendern ist mir zu kompliziert). 
Also los geht's! 
Nach einem eigentlich ruhigen und langweiligen Flug sind einige andere Austauschschueler und ich in Chicago angekommen. Ich musste um 4 Uhr morgens aufstehen, aber besonders viel schlafen konnte ich eh nicht. Aufregung und so. Die Zeit die ich geschlafen habe, war daher umso besser. Und ich hatte ja genug Zeit im Flugzeug. Da nun jeder woanders hinmusste, haben wir uns getrennt. Zum Glueck musste noch eine andere ATschuelerin, genau wie ich, nach South Bend. Ein kleiner Ort mit einem kleinen Flughafen, dieser ist aber viel besser mit dem Auto zu erreichen als Chicago. Fast 3 Stunden haben wir fuer einen 30 Minuten Flug gewartet. Na ja, was solls. Wir schreiten also aus dem Flugzeug und wurden mit Blumen und Scheinwerfern empfangen. Tausende Menschen jubelten uns zu... nagut, nicht wirklich. Eigentlich musste ich dringend auf die Toilette. Jedenfalls haben wir dann unsere Koffer geholt und da standen sie: Mein Gastvater und mein Mit-ATS Harry aus China. Ich, total am ausrasten (im positiven Sinne), weil ich endlich angekommen bin und die beiden zum ersten Mal sehe, falle beiden um den Hals. War schon ein bisschen komisch. Ich kannte die beiden nicht wirklich, aber wusste, dass ich zu ihnen gehoere. Meine ersten Worte waren auf deutsch, bis mir dann aufgefallen ist, dass ich damit nicht sehr weit kommen werde. Es ist schon eine gewaltige Umstellung. Besonders Probleme mit Englisch hatte ich nie und ich kann mich bis jetzt sehr gut verstaendigen. Wenn ich dann nicht deutsch rede. Es hat mich sogar jemand gefragt, ob ich aus Minnesota komme. Ich nehme das einfach als Kompliment. Relativ muede bin ich dann in Valparaiso oder Valpo angekommen. Das Haus ist gross und wir haben sehr viel Platz. Ich habe mein eigenes Zimmer und ein eigenes Bad. Die ersten wichtigen Fragen wurden auch ohne zu fragen beantwortet. "You can call us Mom and Dad. You can eat everything in the fridge except things with a big NO on it." Super. Es ist schon komisch nahezu fremde Menschen Mom und Dad zu nennen, besonders wenn ich meine richtigen Eltern erst vor ein paar Stunden verabschiedet habe. Aber mittlerweile fuehle ich mich in die Familie integriert. "Fremd" sind sie auch nicht mehr. Und wo ist eigentlich Mom? Zu dem Zeitpunkt war sie gerade in Kalifornien um ihre Kinder zu besuchen. Ich habe sie dann ein paar Tage spaeter kennengelernt. Beide sind super freundlich und zuvorkommend. Genau wie Harry. Jeden Tag nach dem Abendessen spielen wir zusammen Karten. Schon jetzt haben wir ein gutes Familienleben und trotzdem habe ich noch genug Zeit alles zu verarbeiten. Besser haette es mich wirklich nicht treffen koennen. Ich bin sehr zufrieden und gluecklich. Und mir geht es gut. Trotzdem ist vieles noch ungewohnt und es ist echt anstrengend, genau weil alles neu ist. Niemand hat solch komische Steckdosen oder Lichtschalter.  Passt sehr gut, dass ich meinen Adapter vergessen habe. Vor ein paar Tagen hatten Harry und ich einen Termin in der High School. Man braucht wirklich nur 5 Minuten mit dem Fahrrad dorthin. Aus mind. 200 verschiedenen Faechern konnten wir uns welche aussuchen. Und im 1. Semester habe ich andere Stunden als im 2. Halbjahr. Die Auswahl viel trotzdem schwer. Ich habe sehr viel englische Literatur, Geschichte und andere Sozialwissenschaften. Ich werde Senior sein. Vielleicht war es doch keine so gute Idee Mathe abzuwaehlen, aber ich wiederhole die 11. Klasse sowieso in Deutschland. Also geniesse ich das Jahr umso mehr. Ich habe mein eigenes Schliessfach bekommen und wir haben uns die Schule angeguckt. Ohne eine Karte haette ich mich verlaufen. Schon die Turnhallen (Hallen!) und das Theater innerhalb der Schule sind groesser als meine gesamte Schule in Deutschland. Zumindest scheint es so. Mal ganz abgesehen von den Aussenanlagen. Ausserdem gibt es im Keller der Schule ein Schwimmbecken und eine grosse Bibliothek. Am Mittwoch (20.08.14) ist mein erster Schultag. Das wird super! In der Zwischenzeit machen wir ein paar Erledigungen und ich lerne weiter ein amerikanisches Leben kennen.
Schon nach 9 Tagen hier kann ich sagen, dass dieses Jahr bestimmt einer meiner besten Entscheidungen war. Jeden Tag lerne ich etwas neues. Meine ersten Eindruecke sind sehr positiv und ich wurde super empfangen. Es geht mir gut und ich gebe weiter mein Bestes! 

Euer Henry

Montag, 4. August 2014

Abschied nehmen 


Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #5                                          04.08.14

 Hahallihallo Leute!

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Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht.  

 
An der Schwelle

Ich bin an einer Klippe
Und nehme Abschied von allem
Bin müde und bedrückt
Und trotzdem voller Energie


Wäre fast gefallen
Und für immer verloren
Doch du hast mich genommen
Und nicht aufgegeben


Irgendwann war es so weit
Ich musste weiter den dunklen Gang
Bis ein kleiner Lichtstrahl kommt
Und mein Herz berührt


Die Zeit ging schnell vorbei
Mit Tiefen und Höhen
Habe viel gelernt
Und noch mehr gefunden


Ich bin an einer Klippe
Und nehme Abschied von allem
Bin neugierig und froh
Und trotzdem voller Schmerz











 

Samstag, 28. Juni 2014

Abflug?


Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #4                                          28.06.14

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Endlich habe ich mein Abflugdatum bekommen! Ich werde voraussichtlich am 7.August.2014 von Frankfurt a.M. nach Chicago fliegen. Ich freue mich riesig, weil jetzt alles für das Austauschjahr fertig ist. Alle Dinge die dafür notwendig sind, sind nun erledigt. Schon ein komisches Gefühlt, vor allem weil es jetzt nur noch warten heißt. Außerdem fliege ich ein bisschen früher als viele meiner Austauschkollegen, womit ich sehr zufrieden bin. Einige warten nämlich noch auf ihre Gastfamilie und reisen daher etwas später. Ich muss erstmal realisieren, dass es schon in knapp einem Monat losgeht! Erst vor ein paar Monaten habe ich mich für dieses Jahr beworben und jetzt bin ich an diesem Punkt angelangt. Mir kommt es vor, als ob es gestern gewesen ist. Ich hoffe meine Zeit in Valpo wird nicht so schnell vorbei sein! 

Henry 

Samstag, 14. Juni 2014

Visum!



Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #3                                           14.06.14

 Hahallihallo Leute!

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Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht

Vor drei Wochen bekam ich die Unterlagen, welche mein Visum betreffen. Dies ist natürlich sehr wichtig, da ich sonst nicht in die USA einreisen darf. Zum Glück war es nicht so viel Papierkram. Alle notwendigen Informationen mussten im Internet angegeben werden. Natürlich die grundlegenden Dinge wie Name, Adresse, Wohnort etc. und darüber hinaus musste ich ein paar Fragen beantworten. Also wirklich. Nein, ich habe nichts mit illegaler Organspende zu tun und ich bin auch kein Mitglied einer nationalen oder internationel Terrororganistion. Manchmal stelle ich wirklich die Notwendigkeit solcher Angaben in Frage. Besonders weil man in jedem Fall einfach "Nein" ankreuzen kann. Oh man. Jedenfalls war das sehr lustig aber auch zeitaufwendig. Zudem auch noch einige Zahlungen von Gebühren erfolgen mussten. Als letzten Schritt konnte man sich das Konsulat in Berlin, Frankfurt a.M. oder München aussuchen und auch einen Wunschtermin machen. Letztendlich habe ich mich (natürlich) für Berlin am 12.06.14 um 8:00 entschieden. Ein bisschen zu früh, aber ich dachte mir, dass es dann schneller vorbei ist und ich mehr vom Tag habe. Aufgrund dieser frühen Zeit bin ich einen Tag früher in Berlin angereißt und habe in einem Hotel übernachtet. Es liegt nur 26 Sekunden zu Fuß vom Konsulat entfernt (ich habe gezählt)! Bin wahrscheinlich ein bisschen schneller gegangen, weil ich aufgeregt war. Ich wusste natürlich, dass nichts schlimmes passieren würde, aber trotzdem ist man bei solchen wichtigen Sachen immer aufgeregt, nicht wahr? Eigentlich dachte ich, dass ich einer der ersten bin aber es hatte sich schon eine Schlange quer über den Fußgängerweg gebildet. Und das, obwohl ich 30 Minuten vor Terminbeginn losgegangen bin! Das Konsulat war abgezäunt und von Polizisten bewacht. Zum Glück ging es zügig rein zum Sicherheitscheck - wie beim Flughafen. Man muss einfach nur seine Papiere abgeben und warten. Ich hatte mich auf mehrere Stunden eingestellt, aber ich war schneller fertig als ich gedachte habe. Um 9:15 habe ich das Konsulat verlassen - mit meinem Visum! Das schöne und warme Wetter hat meine Stimmung noch weiter verbessert. Danach schnell im Hotel ausgecheckt und mit der U-Bahn zurück zum Berliner Hbf. Gut, dass ich den nächsten Zug zurück nach NB noch bekommen habe. Insgesamt war es für mich ein sehr erfolgreicher Tag und ich bin meinem Austauschjahr einen Schritt näher gekommen. Jetzt fehlt nur noch mein Abflugdatum. Ich bin schon total aufgeregt, denn dann heißt es  noch die restliche Zeit zu genießen. Und der nächste Brief mit dem Termin soll schon am Ende des Monats kommen.Vorfreude!

Euer Henry

 

Sonntag, 23. März 2014

It's going further!

 Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #2                                           23.03.14

 Hahallihallo Leute!

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Letzte Woche (16.03.14 - 22.03.14) war ich auf der VBT (Vorbereitungstagung) in Lauenburg an der Elbe! Diese VBT ist Pflicht für alle Austauschschüler. Insgesamt waren wir 50 Personen -40 Schüler und 10 Teamer. Nach einer mehrstündigen Zugfahrt sind meine Genossen (haha) und ich mehr oder weniger erschöpft angekommen. Der Tag war grau und es hat leicht geregnet. Dazu kam der Wind, der mich fast umgerissen hätte. Vom Bahnhof aus mussten wir noch durch die halbe Stadt gehen, jedoch hatte keiner von uns eine wirkliche Ahnung wo genau wir hinmüssen. Nach 20 Minuten kam endlich eine Jugendherberge in Sicht. Eine- nicht unsere. Schnell hat man uns gesagt, wir seien falsch und wir müssten noch weitere 300 Meter gehen, um in die richtige Jugendherbe zu gelangen. Das hat meiner Laune nicht gerade einen Stoß in die richtige Richtung gegeben.
Endlich in der korrekten Herberge angekommen, mussten wir uns als "anwesend" eintragen und mit nasser Kleidung bzw. verlaufender Schminke (natürlich nur bei den Mädchen!) ein Foto machen. Nachdem dann irgendwann alle da waren und die Liste voll war, gab es eine Führung, damit auch jeder wusste wo die Toiletten sind. Leider dürfen genaue Tagungsinhalte nicht preisgegeben werden. Trotzdem kann sich jeder vorstellen, was man macht, wenn sich 50 Gesichter zum ersten Mal sehen. Juhuu, Kennenlernspiele! Zu diesem Zeitpunkt fragt man sich einfach: Was mache ich eigentlich hier? Was macht man denn hier eine ganze Woche lang? Und dann auch noch mit diesen "Assis"? Ich denke, dass das so ziemlich jeder von uns gedacht hat. Tja, falsch gedacht. Schnell fanden wir alle Anschluss. Wir kannten uns zwar gar nicht, jedoch verband uns eine Gemeinsamkeit- unser Austauschjahr. Diese Gemeinsamkeit war so groß, dass wir alle schon nach zwei Tagen ganz zufrieden waren. Nach vier Tagen waren wir eine gute Gruppe und nach sechs, wollte keiner mehr nach Hause. Das war einfach nur unglaublich. Die Arbeit in den Gruppen, die viele Freizeit, die gemeinsamen Abende und das gemeinsame Essen (welches ziemlich gut war) haben uns zusammengeschweißt. Manche haben sogar eine "zweite Familie" gefunden. Von den anfänglichen Gedanken ist also nichts mehr übrig geblieben. Ich habe gelernt niemals aufzugeben, auch wenn es manchmal keinen erkennbaren Ausweg gibt. Und glaubt bloß nicht, dass man auf solchen Treffen so etwas wie Schlaf bekommt. Dieses Wort existiert nicht.
Wir haben viele nützliche Infos bezüglich den USA erhalten und nun sehe ich mein bevorstehendes Jahr mit ganz anderen Augen. Ich kann es nähmlich kaum noch erwarten!

Euer Henry

Beginnen

Träume werden wahr
Und haben vielleicht keine Bedeutung
Dennoch versuchen wir es
Obwohl wir immer wieder scheitern

Es ist wie ein strahlender Schein
Und Zucker im Mund
Man muss hart dafür arbeiten
Doch es lohnt sich bestimmt

Gewunden, verzerrt und zerknüllt
Nahe dem Abgrund getreten
Jeder hat mal 'ne schlechte Zeit
Und möchte am liebsten aufgeben
Doch fang einfach an
Und beginne zu leben
Denn die Zeit ist knapp
Um verloren zu gehen





Mittwoch, 12. März 2014

preparation nearly done! #1

 Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #1                                           12.03.14

 Hahallihallo Leute!

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Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht. Das hier ist mein allererster Blog bzw. mein erster Blogeintrag überhaupt. So, don't judge me!

Im September 2013 habe ich mich für ein Auslandsjahr in den USA bei der Organisation YFU beworben. Nachdem ich alle notwendigen Unterlagen ausgefüllt und abgeschickt habe, dauerte es ein wenig bevor ich eine Rückmeldung bekam. Dennoch fand mich die Organisation interessant und hat mich in die nähere Auswahl gezogen. Nach gefühlten 200 weiteren Blättern, die ich ebenso ausgefüllt und abgeschickt habe, wurde ich von der Organisation zu einem Gruppen- bzw. Einzelgespräch nach Berlin eingeladen. In dieser Gruppe (ca. 8 Bewerber) muss man gemeinsam über Probleme diskutieren und nach einem Lösungsansatz suchen. Danach findet ein Einzelgespräch mit jedem Bewerber statt, zum besseren kennenlernen. Ich war ziemlich aufgeregt, aber zum Glück ist alles gut gelaufen. Doch dann ging der Spaß erst richtig los! Unter Zeitdruck seine Zukunft vorzubereiten ist gar nicht so einfach. Mehrere Seiten online- Formulare mussten ausgefüllt werden (über sich selbst, was man  macht, wie man so ist), zudem noch schriftliche Unterlagen beschriften, Gastfamilienbrief schreiben, Voice- Nachicht erstellen und zu guter Letzt noch zu verschiedenen Ärzten gehen, damit man den Amis keine Epidemien in das Land schleppt. Na ja, alles in allem war das ziemlich harte Arbeit, trotzdem hat mir das alles Spaß gemacht.
Ich wusste das nun die Zeit des langen Wartens gekommen war und ich machte mir keine großen Gedanken mehr. Ein paar Monate vergingen. Doch schon im Februar 2014 wurde ich aus heiterem Himmer überrascht. Eine Gastfamilie wollte mich aufnehmen! Es war Freitagnachmittag und ich habe geschlafen, weil ich sehr müde von der Schule war. Meine Mutter kam in mein Zimmer und drückte mir das Telefon in die Hand. Ich dachte schon, dass irgendein Dokument fehlt oder so etwas. Ich war immernoch müde, als ich so langsam begriff, was passiert ist. Da war wirklich jemand in einem ganz anderen Land, tausende Kilometer entfernt, der mich für ein Jahr aushalten möchte. Und dabei kennen diese Leute mich fast gar nicht. Plötzlich war ich hellwach und aufgeregt, wie ein kleines Kind vor einer Achterbahnfahrt. Weitere Infos erhielt ich dann via Email. Ein Ehepaar aus Valparaiso, Indiana mit drei Töchtern, welche schon erwachsen sind und nicht mehr dort leben. Er (Dave) ist Priester in einer evangelischen Gemeinde und sie (Karen) ist Ärztin. Zudem nehmen sie mit mir noch einen Gastschüler aus China, namens Harry auf (wie cool ist das denn?). Ich habe schon mit allen dreien ständigen Kontakt via Email und ich muss sagen, dass ich einfach nur begeistert bin. Ich hätte nie erwartet, dass ich so schnell aufgenommen werden würde. Dieses ganze Glück habe ich meinen Eltern zu verdanken und ich bin unglaublich dankbar für diese Chance, die ihr mir gebt.
Nächste Woche (16.03.14 - 22.03.14) ist VBT (Vorbereitungstagung) in Lauenburg. Ich habe keine Ahnung was mich dort erwarten wird, aber ich lass mich einfach überraschen. Weitere Infos folgen bald.

Bitte begleitet mich auf diese wundervolle Reise!
Euer Henry

 Ein großes Dankeschön an Henriette für die Motivation:)

Future

I'm writing the future. 
I don't talk about the past.
Now

Don't wanna live my memories
Better look forward
Instead of looking down

What are my dreams?
There is no key
Just get away from here
Something new again

I don't even know myself at all
The future's to find it out
Just let it happen
And try my best

I don't know what's coming
But I am ready for it