Sonntag, 8. März 2015



7 Monate, Model UN, Disneyworld

Austauschjahr 2014/ 2015 - Henry Goes USA #10                                                         08.03.15

Da bin ich wieder!
Es ist mehr oder weniger wenig passiert in den letzten Wochen. Grosse Ereignisse waren auf jeden Fall Model UN in Chicago und unser Urlaub in Orlando, Florida. Ansonsten werde ich einfach ueber alltaegliches sprechen.

Aber zuerst, genau seit heute bin ich sieben Monate hier in den USA. Time flies. Fuer mich ist das irre. Das heisst ein Schuljahr ist fast schon wieder um. Ich muss sagen, fuer mich verging die Zeit super schnell, woran liegt das wohl? Rueckblickend fuehlt es sich jedoch eher als zwei Monate an. Worte koennen gar nicht beschreiben was ich alles in dieser Zeit gelernt, erlebt und gefuehlt habe. Ich bin sehr froh, dass ich noch drei weitere Monate hier verbringen darf. Jetzt weiss ich, dass jeder einzelne Tag kostbar ist. Ueber diese Zeitspanne habe ich mir ein zweites Leben aufgebaut, ein Leben welches ich so nie wieder haben werde. Schon am 30.06.15 geht mein Flieger zurueck.

Wie angesagt, Ende Januar waren Harry und ich in Chicago fuer Model the UN. Als Erinnerung, The University of Chicago organisiert dieses Ereignis schon seit ueber 20 Jahren oder so. Ueber 2000 Schueler kommen vor allem aus den USA, aber es waren auch sehr viele aus China dabei. Im voraus wurden den verschiedenen Schulen Organisationen und Laender zugeteilt, die in der UN vertreten sind. Ungluecklicherweise haben Harry und ich die Afrikanische Union und Malawi abbekommen. Ich kannte weder die AU, noch Malawi... So wurden wir zwei Abgeordnete aus diesem Land. Es werden immer zwei Themen fuer jedes Komitee vorgeschlagen. In unserem Fall war unser Komitee die Afrikanische Union. Thema A war "Intervention in Africa" und Thema B war "Opportunities for Youth." Zu diesen Themen muss jedes Land eine Stellungnahme schreiben. Da war zwei Abgeordnete waren, habe ich Thema B uebernommen und Harry Thema A. An sich muss man nur eine Seite ueber dieses Thema schreiben, einfach was das Land ueber diese Problematik zu sagen haette. Diese wurden dann eingesendet. Das geschah alles vor dem eigentliche Treffen. An einem Freitag ging es dann nach der 3. Stunde los. In einem Schulbus nach Chicago zu fahren ist jetzt nicht gerade bequem und wir haben mindenstens eine Stunde laenger gebraucht als normalerweise, aber so ist das. Das ganze Treffen fand in einem Hotel in downtown Chicago statt. Die Lage war perfekt und das Hotel natuerlich riesig. Leider waren unsere Zimmer noch nicht fertig und wir mussten ein paar Stunden totschlagen. Am Nachmittag konnten wir erst unsere Zimmer beziehen. Das Hotel an sich ist sehr schoen, die Zimmer aber eher mittelmaessig. Dann hatten wir wieder ein paar Stunden freie Zeit. Erst um 19:00 war Eroeffnungszeremonie. Alle 2000 Schueler waren in einem riesegen Saal und wurden eingewiesen. Sofort danach hatten wir unsere erste Sitzung. Jeder ist in sein Komitee gegangen. Die Groesse jedes Komitees war sehr unterschiedlich. So hatte die Afrikanische Union 50 Abgeordnete, aber andere Komitees 300. Am Anfang haben wir versucht uns ein bisschen kennenzulernen und ich habe tolle Leute getroffen. An diesem Abend haben wir darueber abgestimmt, welches Thema wir ueber das Wochende bearbeiten werden. Denn Zeit gibts es nur fuer eins. Ich haette nie gedacht, dass man vier Stunden darueber abstimmen kann, welches Thema denn besprochen wird, aber das ist was passiert ist. Nach vier Stunden haben wir uns dann fuer Thema A entschieden. Das war fuer mich ein relativ grosses Problem, denn ich habe mich ja auf Thema B vorbereitet. Nun hatte ich keine Ahnung, was ich denn ueber Thema A sagen koennte. Der erste Tag war erst um Mitternacht vorbei. Das ist auch ein sehr grosser Kritikpunkt. An dem Tag mussten wir noch fuer die ersten drei Stunden in die Schule, das heisst, dass ich um 6 aufgestanden bin und ich konnte erst um 1 Uhr morgens ins Bett gehen. Klar, das machen Schueler die ganze Zeit, aber reisen und die anstregende 4-Stunden Sitzung machen einfach muede. Am naechsten Tag fand die erste Sitzung auch um 9 wieder an. Da wir im Hotel nicht fuer Fruehstueck oder Abendessen bezahlt haben, mussten wir uns anderswo versorgen. Das heisst, ich musste um 7 aufgestanden um mir noch Fruehstueck kaufen zu koennen. An diesem Tag hatten wir zwei Sitzungen, wieder jeweils vier Stunden lang und eine Mittagspause dazwischen. Unser Thema war also Invervention in Africa, also wie die Afrikanische Union denn auf Krisen in einem afrikanischen Land reagieren sollte. Das Ziel war dann am Ende einen Entschluss zu fassen, mit dem jedes Land zufrieden ist. Oh man, ich hatte ja keine Ahnung wie anstrenged das sein sollte. Irgendwie haben sich dann zwei Gruppen gebildet, die unterschiedliche Meinung hatten, wie wir denn auf Krisen reagieren sollten. Ganze drei Sitzungen aka 12 Stunden hatten wir einen kleinen Krieg zwischen den Gruppen, der einfach nur sinnlos und unnoetig war. Irgendwie konnten wir uns dann doch einigen und am letzten Tag haben wir unseren Entschluss zu Papier gelegt. Die ganze Sache wird auch ernster genommen, als ich gedachte habe. Anzug und Krawatte waren zu jeder Zeit Pflicht und auch die Maedchen mussten professionell auftreten. In jedem Komitee wurden auch "Krisen" nachgespielt. So wurde unsere Sitzung ploetzlich unterbrochen, weil China angebelich in Afrika einmaschiert ist um zu "helfen." Also mussten wir unsere derzeitige Debatte unterbrechen und zuerst diese Krise bewaeltigen. Andere hatten es nicht so einfach. Ein Komitee aus 300 Abgeordneten wurde um 2 Uhr morgens aufgeweckt um eine Krisensitzung zu halten. Natuerlich im Anzug und proffessionell, so wie das in der realen UN auch passieren koennte. Insgesamt war es trotzdem eine sehr gute Erfahrung fuer mich. Nur haette ich es viel spannender gefunden ein Land zu vertreten, welches ich nicht vorher googlen muss und in einem Komitee zu sitzen, das mehr Relevanz in der Welt hat. Spass hat es trotzdem gemacht.

Am Sonntag Abend sind wir wieder nach Hause gekommen. Und am Montag ging es schon nach Orlando in den Urlaub. Um 4 Uhr morgens sind wir zum Flughafen gefahren und um ca. 10 sind wir in Orlando angekommen. Ich habe mich sofort in das warme Wetter verliebt. Eine meiner Gastschwestern arbeitet fuer Disney in Orlando und hat sich vor kurzem ein Haus gekauft. Meine anderen Schwestern sind aus Los Angeles angereist und so hatten wir einen tollen Familienurlaub. Fuer sieben Personen ist das Haus ein bisschen eng, aber so ist es super toll. Jeden Abend kann man das Feuerwerk von einem der vier grossen Disney Parks sehen. Am naechsten Tag fing der Urlaub dann endlich an. Wir sind zum Magical Kingdom gefahren, wo auch das beruehmte Disney Schloss steht. Dort gibt es auch jeden Abend das Feuerwerk ueber dem Schloss. Da Julia fuer Disney arbeitet, hat sie uns zu jedem Park kostenlos reingebracht. Sonst wuerde ein Park fuer einen Tag und fuer jede Person $100 kosten. Natuerlich war das nicht das erste Mal, dass meine Familie dort war, also wusste sie was lohnenswert zu sehen ist. An sich sind wir nur Achterbahnen gefahren, den ganzen Tag. Den Abschluss hat dann das besagte Feuerwerk ueber dem Schloss gemacht. Es war einfach atemberaubend. Wirklich, ich habe noch nie solche Raketen gesehen. Waeren wahrscheinlich illegal in Deutchland. Am naechsten Tag haben wir keinen Park besichtigt. Da das Haus neu ist, haben wir geholfen es einzurichten. Also ist nichts spannendes passiert. Am Mittwoch sind wir zum Animal Kingdom gefahren. Eigentlich habe ich eine Art Zoo erwartet, dem ist aber ganz und gar nicht so. Tiere waren auf jeden Fall dort, aber an sich nur in der Safari Zone, wo man eine Rundfahrt machen kann und Giraffen, Loewen, Zebras und Elefanten besichten kann. Sonst besteht der Park wieder aus Vorstellungen, Attrkationen und Achterbahnen. Wir sind ein bisschen frueher gegangen, um noch einen weiteren Park zu besichten. Hollywood Studios ist der dritte grosse Park, nur leider haben wir nicht viel davon gesehen. Unerwarteterweise hat der Park schon um 19:00 zugemacht und wir sind um 18:00 dort angekommen. An sich sind wir nur durch den Park gerannt um es noch zu zwei Attraktionen zu schaffen. Eine war eine indoor Achterbahn mit einem Looping im dunkeln. Das war echt super. Die andere hat mir gar nicht gefallen. Das war ein Turm mit einem Fahrstuhl. Man sitzt dort drin und faehrt hoch und runter, doch an machen Stellen bleibt er ploetzlich stehen und fuer einen kurzen Moment rast man im freien Fall runter. Wow, ich musste fast kotzen. An einigen Stellen ist die Fahrstuhltuer offen und es gibt Loecher in der Wand. So kann man den ganzen Park ueberblicken, waere man nicht mit schreien beschaeftigt. Danach war unsere Zeit auch um und wir mussten gehen. Am Donnerstag haben wir wieder mit dem Haus geholfen, also nichts richtiges gesehen. Den vierten und letzten Park haben wir nicht besichtigt. Das ist der Water Park, aber fuer den war es eh ein bisschen zu kalt. Am Freitag sind wir wieder abgereist. Insgesamt war es ein super toller Urlaub. Ich habe die Sonne genossen und gegen 25 Grad im Winter kann ich nichts sagen. Ich wueder aber nicht gerne im Sommer in Florida sein.
Seitdem kaempfe ich mich wieder durch den Schulalltag. Ich habe weiterhin gute Noten und Schule macht ausnahmsweise mal Spass. Bald haben wir endlich fuer eine Woche Spring Break und wahrscheinlich werden wir ein bisschen sightseeing in Chicago machen. Am Ende des Monats muesster der ganze Schnee geschmolzen sein. Diese -40 Grad windchill Tage waren aber auch anstrengend.

Mal sehen was noch in den letzten drei Monaten passieren wird. Jetzt ist Endspurt!
Henry

Samstag, 24. Januar 2015

Thanksgiving, Christmas, Happy New Year, Finals, My Birthday, It's About Time, 2nd Semester, Model UN, Disney

 


Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA  #9                                                      25.01.15

Die Einleitung lass' ich jetzt mal sein...
Ich weiss nicht warum die Textfarbe im letzten Eintrag so komisch ist und ich weiss nicht wie ich das wieder normal herstellen kann. Vielleicht kann einer von euch mir helfen? 

HOWEVER, darum geht es ja auch gar nicht. 
Jaha, denn ich bin BACK! Kaum zu glauben sowas. Dieser Henry.... ueberrascht immer und immer wieder...
Die letzten Monate habe ich mir einfach ein "bisschen" Zeit genommen und nicht viel von mir hoeren lassen. Zum einem gab es sehr viele Feiertage, zum anderen war ich einfach nicht motiviert. Mir geht es super und alles ist perfekt, nur hatte ich keinen Drang mich anderen mitzuteilen. Na ja, das hat sich jetzt aber geaendert und ich muss sehr viel nachholen. Sicherlich, es ist viel passiert! In Zukunft werde ich versuchen mind. 1x pro Monat etwas zu posten. Wenn nicht, erinnert mich daran!

Ach herje, wo fang ich bloss an. Erstmal etwas zum nachdenken schreiben.  

Ja, das ist das Problem wenn man Dinge aufschiebt. Man verliert die Kontrolle. (Henry Uzulis, 2015) Wie ironisch...

Am 27.11.14 haben wir Thanksgiving gefeiert. Darauf habe ich mich total gefreut, denn in Deutschland hoert man immer mal wieder davon, aber richtig feiern tut das niemand. Klar, ist auch ein amerikanischer Feiertag und kein deutscher. Trotzdem wollte ich schon immer wissen was man denn genau macht. Die Kurfassung: essen, schlafen, essen, schlafen... Ihr koennt diese Sequenz beliebig oft wiederholen. Da ist also fuer jeden etwas dabei. Aber im ernst, ich war noch nie in meinem Leben so voll. Deswegen muss man auch so viel schlafen. Alle unsere Verwandten im Umkreis sind gekommen. Also eine Schwester von meiner Gastmutter und ihre Familie. Dazu ist noch der Bruder von meinem Gastvater aus Kalifornien angereist. Wir waren eine tolle Gruppe und hatten viel Spass. Das Essen wurde schon frueh vorbereitet, damit es rechtzeitig auf dem Tisch war. Natuerlich gab es Truthahn. Das war dann aber auch das Einzige von dem ich vorher wusste. Dazu gab es Brot, Kartoffelbrei, normale Kartoffeln, Bohnen, Auflauf, Salate und viele verschiedene Sossen. Alles hat super geschmeckt und danach war ich einfach nur K.O, genau wie jeder andere auch. Der Kamin war an und alle haben sich einfach einen ruhigen Ort gesucht. Ich kann euch sagen, das war das beste Nickerchen. Ever. Mit vollem Bauch neben einen warmen Kamin einzuschlafen ist einfach nur genial. Der einzige Nachteil an diesem Fest ist, dass man fuer die darauffolgenden Wochen nur eines isst: Truthahn. Truthahnsalat, Truthahnsandwiches, Truthahnsuppe... alles war dabei. Ich kann's echt nicht mehr sehen. Mhh, bis zum naechsten Jahr! Der Freitag nach Thanksgiving ist Black Friday. Viele Sachen werden guenstig verkauft und dieser Tag ist ideal um einzukaufen. Wir, jedoch nicht alle, sind nach Chicago gefahren. Das ist Familientradition! Ich musste erstmal beruhigt werden als ich davon gehoert habe. In den Nachrichten hoert man immer von Leuten die wegen einem Toaster bei Walmart zu Tode getrampelt werden. Und wir fahren nach Chicago? Na toll. Letztendlich bin ich aber mitgekommen. Wegen ein bisschen "Todesangst" laesst man sich doch nicht seinen Tag versauen, oder? Und da es Tradition ist, habe ich einfach mal vertraut. Frueh am Morgen sind wir losgefahren, um noch einen Parkplatz zu bekommen. Alle waren ueberrascht, denn es war wirklich nicht voll. Immerhin waren wir auf der Haupteinkaufsstrasse, da habe ich schon ein bisschen mehr erwartet. Natuerlich waren wir nicht die einzigen, aber schlimm war es auch nicht. Wir hatten einen super Tag und ich habe Schals (?) fuer den halben Preis bekommen, also hat sich der Tag eh gelohnt. 
Zwischen Thanksgiving und Weihnachten ist eigenlich nicht so viel passiert. Alltag nennt man so etwas. Ich hatte gute und schlechte Tage (in der Schule), so wie jeder andere auch. Ich habe mich daran gewoehnt hier zu sein. So langsam kam dann die Weihnachtszeit. Wir haben geschmueckt wie die Verrueckten, aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Tage wurden dunkler und dunkler und wir hatten leider keinen Schnee. Selbst in Indiana kann man nicht auf weisse Weihnachten hoffen? Zu diesem wichtigen Fest habe ich endlich meine neuen Schwestern kennengelernt. Leeann und Christy sind aus Los Angeles angereist und Julia kam aus Orlando. Alle sind erwachsen und arbeiten - mehr oder weniger - schon. Zwei Wochen mit ihnen war mir dann aber doch genug und ich bin froh einen Bruder zu haben. Ich hoffe das kam nicht ganz so boese wie ich es eigentlich meine. Jedenfalls sind diesmal beide Schwestern von meiner Gastmutter mit ihren Familien gekommen. Dazu kam Alexander zu Besuch, der deutsche Austauschschueler der vor zwei Jahren hier war. Also insgesamt sechs Eltern, sieben Kinder und drei Austauschschueler. Das Haus war VOLL! Am Morgen des 25.12.14 gab es nur wenig Geschenke. Zu diesem Zeitpunkt haben Julia und Karen's Schwestern gefehlt. Ein paar Tage spaeter ist Julia dann gekommen und wir hatten unsere erste Bescherung. Ich habe wirklich tolle Dinge bekommen und wir hatten eine tolle Zeit. Wieder ein paar Tage spaeter waren wir dann die besagte Anzahl an Personen und wieder gab es Bescherung. Und wieder habe ich tolle Dinge bekommen (schokoladenueberzogene chips) und wir hatten eine tolle Zeit, wer haette es gedacht. Aber wirklich, es war einfach schoen die ganze Familie 2.0 auf einem Fleck zu sehen. Einfach dieser Gedanke, dass ich all diese Menschen Familie nennen darf ist unbeschreiblich. Es bringt mich zum nachdenken was Familie eigentlich bedeutet. Koennen Eltern nur Menschen sein die dich auf die Welt gebracht haben? In keinem Fall ist dies eine Abstufung meiner richtigen Eltern, eher ein neuer Denkansatz fuer mich und vielleicht fuer euch. 
Silvester haben wir in der Kirche verbracht. Es gab eine kleine Feier, wirklich nichts besonderes. Leider ist Silvester nicht wirklich wichtig hier. Viele Leute gehen vor Mitternacht schlafen und gefeiert wird nicht. Das Feuerwerk war auch nicht wirklich da. Wahrscheinlich war dieser Tag der Tag, der mich am meisten enttaeuscht hat. Meine Erwartungen waren wahrscheinlich zu hoch. Dennoch hat es jeder erfolgreich ins Jahr 2015 geschafft. Dann hat es angefanen zu schneien und kalt zu werden. Toll, jetzt brauchte ich das auch nicht mehr...
Alle zwei Jahre werden professionelle Familienfotos gemacht. So auch dieses Jahr. Diese Fotos finden dann einen besonderen Platz im Haus. Eine super Tradition und ich glaube sie sehen sogar ganz gut aus. Demnaechst werde ich mein Album auf Facebook aktualisieren, wenn wir diese Fotos bekommen. Das sollte hoffentlich bald geschehen. 
So langsam kommen wir mehr und mehr in die Gegenwart. Endlich!
Nach Silvester ging es in der Schule schnell voran. Finals standen an. Das sind grosse Abschlusstests die nach jedem Semster geschrieben werden. Man hat 75 Minuten Zeit, wobei der Umfang des Tests vom Lehrer abhaengt. Die meisten sind aber 100 Fragen lang. Ankreuzen, selbstverstaendlich. Damit man nicht alle Finals an einem Tag schreiben muss, wurden sie auf drei Tage verteilt. So hatten wir zwei Finals am Mittwoch, zwei weitere am Donnerstag und drei am Freitag. Insgesamt bin ich mit meinen Noten sehr zufrieden. Ich hatte nur A's und B's, was ueber dem Durchschnitt ist. Mit den normalen Noten zusammengerechnet werde ich hauptsaechlich A+ und A haben. Mit den Finals wurde das 1. Semester abgeschlossen. Wir hatten ein langes Wochenende (drei Tage) und das 2. Semester fing an. Mein neuer Stundenplan sieht nun wie folgt aus:

1. Preparation for College and Careers 
2. Creative Writing
3. Government
Lunch
4. AP Psychology
5. Study Hall 
6. Interpersonal Relations
7. Themes in Literature 

Wieder habe ich die Chance genutzt, weder Mathe noch Naturwissenschaften zu nehmen. Davon braucht man echt mal 'ne Pause. Und wieder habe ich Faecher genommen, die es so in Deutschland nicht gibt, damit ich so viel wie moeglich mitnehmen kann. Besonders freue ich mich auf Creative Writing, da ich endlich an meinen Gedichten weiterarbeiten kann und mich verbessern kann. Es hilft auch kreativ zu bleiben und neue Techniken auszuprobieren. Uns bis jetzt sieht es sehr vielversprechend aus. In College and Careers werden verschieden Studiengaenge und Berufe vorgestellt. Sowohl bekannte als auch unbekannte Berufe werden besprochen und vielleicht werde ich etwas interessantes finden. Apropos Berufe, letztes Semester hatte ich Psychology als Fach. Es hat mich super interessiert und das tut es auch immer noch. Deswegen habe ich Psychology dieses Semster noch einmal genommen, nur diesmal schwerer. Advanced Placement (AP) heisst, dass alles ein bisschen schneller geht, mehr Tests geschrieben werden und alles intensiver behandelt wird. Im Grunde genommen ist der Stoff aber derselbe. Ich sehe diese Moeglichkeit als Herausforderung und ich werde Psychologie als Studiengang auf jeden Fall in Betracht ziehen. Insgesamt fokussiere ich mich dieses Semester auf lesen und schreiben, was meine Englischkenntenisse weiter voranbringen wird. 
Vor ein paar Tagen hatte ich meinen 17. Geburtstag. Somit habe ich 17 Jahre ueberlebt. Meines Wissens nach bin ich bis jetzt unsterblich. Es gab Kuchen und ein paar Geschenke. Wirklich nichts grosses. Ich war aber total zufrieden damit. In der Schule haben meine Freunde eine Ansage arrangiert und mir alles Gute gewuenscht. Es ist jetzt Ende Januar. Ich werde vorraussichtlich am 30. Juni wieder nach Deutschland fliegen. Das heisst: Halbzeit! Mir bleiben also noch 5 Monate und ich moechte diese nutzen so viel ich kann. Ich habe mir hier ein zweites Leben aufgebaut und ich liebe es. 
Was passiert also in der Zukunft? 
In zwei Wochen fahren Harry und ich fuer drei Tage nach Chicago. Ich habe schon von Model The UN erzaehlt. Das ist ein internationales treffen an dem, nun ja, Schueler die United Nations nachspielen. Was uns genau erwartet ist mir noch unklar. Ich glaube das ist eine gute Moeglichkeit neue Leute kennenzulernen und allgemein viel zu lernen. Gleich danach machen wir erstmal Urlaub. Wohin? DISNEYWORLD!!! Wir fahren fuer mehrere Tage nach Orlando, Florida zu Julia. Sie arbeitet naemlich fuer Disney. Aus der Kaelte raus und ein bisschen Sonne geniessen tut bestimmt ganz gut. Endlich kann meine Badehose auch ihren Nutzen erfuellen. 

Das war's dann erstmal wieder von mir. Ich hoffe ihr hattet Spass beim lesen und beim naechsten Mal erzaehle ich ueber Model UN und Orlando! Bis dahin!
Henry 

 








Samstag, 25. Oktober 2014

End of the first quarter, Homecoming, Graduation, Poetry Contest, ValPLAYso und Chicago

Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #8                                               26.10.14

Hahallihallo Leute!

Dieser Blog ist für meine Familie und für meine Freunde. Hier werdet ihr über die neusten Ereignisse informiert, die mein Austauschjahr 2014/2015 in Valparaiso, IN, USA betreffen!

Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht.


Nach etwas mehr als einem Monat berichte ich euch, was in den letzten Wochen alles passiert ist! Und es ist eine Menge passiert!

Mittlerweile hat sich schon eine Routine gebildet. Jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen, duschen, frühstücken, zur Schule fahren und zur selben Zeit Schluss haben. Ich würde sagen: Alltag. Für mich ist das kaum zu glauben, aber ich gehe jetzt schon seit neun Wochen in die Schule! Und damit ist ein Viertel beendet. Die beiden Semester werden noch einmal geteilt, sodass jeder Schüler alle neun Wochen einen Zwischenstand erhält. Weil diese neun Wochen vorbei sind, haben wir jetzt Herbstferien, die leider nur vier Tage gehen. Ich bin voll und ganz zufrieden mit meinen schulischen Leistungen, denn ich habe ein A- (2-) und sonst nur A's (2) und unter den Umständen betrachtet, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist und am Anfang alles sehr verwirrend war, bin ich stolz auf diese Noten. Hört sich vielleicht nicht so besonders an, aber verglichen mit amerikanischen Schülern bin ich über dem Durchschnitt. Ich kann aktiv im Unterricht mitmachen und kein Lehrer hat etwas dagegen, wenn ich ständig etwas übersetze. Probleme in der Schule habe ich bis jetzt nicht, die Anforderungen sind aber auch etwas geringer als in Deutschland. Hausaufgaben und Tests sind einfach nicht auf dem gleichen Niveau. Ausnahmen sind sogenannte AP Kurse. Ein Kapitel im Buch (10 bis 40 Seiten), mindestens fünf Arbeitsblätter und ein Test und das alles in drei Tagen. Bei 60+ Kapiteln ist das schon anstrengend. Diese Kurse bringen extra Punkte für's College und müssen deswegen so schwierig sein. Zum Glück muss ich keinen dieser Kurse nehmen. Zugegebenermaßen, ich habe AP US History versucht, aber es ist einfach unmöglich. Also habe ich den Kurs gewechselt, was auf jeden Fall eine sehr gute Entscheidung war. Ich versuche die Möglichkeit zu nutzen und nehme nur Fächer, die es in Deutschland einfach nicht gibt. Nächstes Semester werde ich auch ganz andere Fächer haben als jetzt. Insgesamt waren diese ersten neun Wochen sehr gut und lehrreich. Der Start war ein bisschen langsam, aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles.
Genau vor zwei Wochen stand in der Schule der Homecoming Dance an. Das ist wirklich eine 
große Sache hier. An einem Freitag fand ein Football Spiel statt und am folgenden Samstag dann der eigentliche Tanz. Zu diesem Anlass fragt ein Junge ein Mädchen zu einem Date. Meistens wird dann angenommen, dass man eine Beziehung hat oder so, aber das sollte man vorher klarstellen. Oder man geht mit seinen Freunden. Ich habe ein tolles Mädchen namens Emily gefragt, die ich seit meinem ersten Schultag kenne und sie hat "ja" gesagt (wir sind nur Freunde)! Mit schickem Anzug und Krawatte habe ich sie dann abgeholt. Meistens geht man vor dem Tanz etwas in einem Restaurant essen, aber wir haben uns mit ein paar anderen Freunden verabredet, die ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig kannte. Wir bestellten Pizza und haben Gruppenfotos gemacht. Kurz vor 20:00 Uhr sind wir dann alle zusammen in die Schule gefahren. Die Schlange war lang und die Tickets ($12) mussten im voraus bezahlt werden. Schnell die Jacke abgegeben und dann waren wir auch schon mitten im Geschehen. Theoretisch gesehen ist es einfach nur eine Dicso in der Schule. Ich weiß wirklich nicht warum man sich dafür so schick macht, aber das gehört einfach dazu. Ungefähr 800 Schüler von insgesamt 2100 waren dort. Ein DJ hat Musik aufgelegt und einige Lehrer haben Getränke vorbereitet. Das ist auch dringend nötig, da es in der Cafeteria ultra heiß wird. Vorallem, wenn so viele Leute da sind. Jeder der mich kennt weiß, dass Party und Tanzen nicht gerade zu meinen Stärken gehören, aber nach einem seltsamen Start, wo keiner wirklich anfangen wollte, haben wir einfach getanzt. Ich möchte wirklich kein Video von mir dabei sehen. Wahrscheinlich sah alles total bekloppt aus. Aber es hat Spaß gemacht, sogar so viel Spaß, dass ich nach zwei Stunden dachte, wir wären erst seit 20 Minuten dort. Das Motto war "Dancing through the Decades", was total sinnlos war, weil eh nur aktuelle Lieder gespielt worden waren. Na ja, beschweren sollte ich micht nicht, das war wahrscheinlich ohnehin besser. Insgesamt ging das Ganze drei Stunden, die wirklich im Flug vergangen sind. Das war bis jetzt einer der besten Abende hier, also bin ich super froh, dass ich gegangen bin. Zwei weitere Tänze stehen noch bevor und ich freue mich jetzt schon darauf!
Letzte Woche wurde ich aus dem Unterricht ins Main Office gerufen. Ich wurde gefragt, ob ich an der Schule Abschluss machen will. Eigentlich war das nicht m
Letzte Woche wurde ich aus dem Unterricht ins Main Office gerufen. Ich wurde gefragt, ob ich an der Schule Abschluss machen will. Eigentlich war das nicht möglich, da ich als Junior galt und nur Seniors Abschluss machen können. Aber für Austauschschüler wird immer eine Ausnahme gemacht, also wurde ich einfach zum Senior "befördert." Ich (und die meisten anderen Austauschschüler auch) werde am Ende des Jahres an der Graduation-Ceremony teilnehmen. Ich werde ein Diplom erhalten, womit ich theoretisch an ein amerikanisches College gehen kann. Diese Möglichkeit möchte ich wirklich nicht verpassen! Nun habe ich meine Robe und diesen speziellen Hut bestellt und schon jetzt freue ich mich total darauf auf der Bühne zu stehen und mein Diplom zu erhalten. Vielleicht bietet sich ja die Möglichkeit, dass ich einer der Abschlussreden halten darf. Ich finde das echt super, dass sich die Schule bemüht etwas für uns möglich zu machen und uns so viel bieten will wie möglich. Ich sehe Graduation als ein Privileg, welches ich unbedingt nutzen möchte!
Vor ein paar Wochen hatten wir in Journalism ein Projekt 
Vor ein paar Wochen hatten wir in Journalism ein Projekt über Frieden. Wir konnten so ziemlich alles machen, also haben manche einfach ihre Gedanken zu dem Thema geäußert, etwas gemalt oder (mein Favorit) Kuchen gebacken, der für Frieden steht. Oder so. Das habe ich nicht wirklich verstanden aber es war auf jeden Fall lecker. Wie auch immer, mein Beitrag war ein Gedicht. Für mich ist das die beste Weise mich auszudrücken. Es kam in der Klasse sehr gut an und die Lehrerin hat mich ein paar Tage später auf einen Poetry Contest aufmerksam gemacht (eine weitere Möglichkeit, die ich mir nicht entgehen lassen wollte). Dieser wird von der Women's Association veranstaltet und man kann einfach ein Gedicht jeglicher Form über jedes Thema einsenden. Gestern war Einsendeschluss und schon am 28.10 werden die Gewinnder bekannt gegeben! Der Gewinner erhält $50, der zweite und dritte Platz $40 und $30. Weitere gute und erwähnenswerte Gedichte erhalten $10. Ich hoffe, dass mein Gedicht einen Eindruck hinterlässt und vielleicht gewinne ich sogar einen Preis!
Ein anderes aktuelles Thema zurzeit ist ValPLAYso. Das ist ein Projekt der Stadt, in dem ein Spielplatz gebaut wird. Ohne freiwillige Helfer geht da nichts. Das ganze Baumaterial wurde gespendet (!) und keiner wurde f
ür seine Arbeit bezahlt. Man konnte sich einfach anmelden und mithelfen. Es gab Koordinatoren, die alles koordiniert und einem eine Rolle zugeteilt haben. Innerhalb von acht Tagen wurde ein super Spielplatz aus dem Nichts erschaffen und ich habe auch mitgeholfen. Natürlich wurde alles schon Monate im vorraus geplant und bald wird es eine Eröffnungsfeier geben. Dieses Projekt gibt es schon seit mehreren Jahrzehnten, aber nach fast zwanzig Jahren wurde alles alte abgerissen und ein neuer gebaut. Am Anfang war ich nicht wirklich begeistert. An einem Spielplatz ist ja nichts wirklich besonders. In Deutschland habe ich noch nie darüber nachgedacht, sie waren einfach da. Aber zu sehen das so viele Menschen freiwillig etwas für die nächste Generation tun, hat mich sehr beindruckt. Es hat auch sehr viel Spaß gemacht mitzuhelfen, denn jede Hilfe war willkommen und man hat sich über jede zusätzliche Hand gefreut. Eine tolle Erfahren für mich!
Da wir ja gerade Ferien haben, haben wir beschlossen einen kurzen Ausflug nach Chicago zu machen. 
Für Wochenendausflüge ist diese Metropole ideal, da Chicago nur eine Stunde entfernt ist und alles bieten kann. Die Skyline sieht atemberaubend aus, auch wenn wir nicht wirklich Downtown waren. Es gibt sehr viel zu sehen, also wollen wir uns auf etwas einigen. Es gibt viele interessante Museen und diesmal sind wir und das Museum für Science and Industry gegangen. Ein riesiges Gebäude mit sehr vielen interaktiven Attraktionen. Der erste Teil ist über Genetik. Dort gibts es befruchtete Hühnereier und genau als wir da waren, ist eins geschlüpft. Super interessant und spannend zu sehen! In der nächsten Abteilung gibt es Chicago und Seattle als Miniaturmodelle. Von der Decke hängen original Flugzeuge und deutsche Kampjäger aus dem 2. Weltkrieg. Es gibt Experimente mit Tornados, Lawinen, Tsunamis, Elektrizität und Licht. Sie erzeugen sogar einen deckenhohen Luftwirbel. Man kann auch spezielle Attraktionen besuchen, wie zum Beispiel in eine Kohlemine unter dem Museum gehen. Die Führungen sind super und interessant gestaltet. Ein Respekt an die Mitarbeiter! Highlights waren auf jeden Fall die Sektionen über das Weltall, die Planeten und die Mondlandung. Aber das beste war die Führung durch ein original deutsches U-Boot welches 1944 von den Amerikanern übernommen worden ist. Nicht jedes Museum hat so ein riesiges Ding im Keller! Zum Abschluss sind wir in ein Spiegelkabinett gegangen. Ich glaube ich habe mir meine Nase gebrochen...

Ein Viertel meiner Schulzeit ist um. Ich bin jetzt schon fast drei Monate hier, also fast ein Drittel dieses Jahres. Die Zeit rast, also will ich sie so gut nutzen wie moeglich.

Henry






Freitag, 5. September 2014

Über Schule, Clubs, Freunde und Popcorn...

Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #7                                         05.09.14

 Hahallihallo Leute!

Dieser Blog ist für meine Familie und für meine Freunde. Hier werdet ihr über die neusten Ereignisse informiert, die mein Austauschjahr 2014/2015 in Valparaiso, IN, USA betreffen!
Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht.  

Es sind wieder ein paar Tage vergangen und natürlich sind wieder einige Dinge passiert! Mittlerweile gewöhne ich mich an den Schulalltag, denn dieser ist wirklich ganz anders als in Deutschland. Durch das Kurssystem lerne ich die unterschiedlichsten Leute kennen. Viele Mädchen finden meinen Akzent "süß" wie sie sagen. Ein großer Pluspunkt, wie ich finde :). So habe ich schon ein paar Freunde gefunden und mich auch mit ihnen nach der Schule getroffen.
Der Unterricht wird spannend gestaltet. Youtube gehört längst zur normalen Stunde dazu und oft werden die Klassensätze von IPads und Laptops herausgegeben. Es gibt viele Diskussionen und Projekte. Zum Beispiel plant gerade jeder ein Experiment in Psychology. Wir untersuchen, wie Mitschüler auf eine bestimmte Situation reagieren. Es können auch Umfragen oder Beobachtungen gemacht werden. Die Ergebnisse werden dann in der Klasse vorgestellt und bewertet. Notizen werden fast gar nicht gemacht. Die meisten Lehrer benutzen Arbeitsblätter, sodass niemand etwas aufschreiben muss. Befürworte ich nicht, da man sich die Dinge einfach besser merken kann, wenn man sie aufschreibt, aber so ist es. Viele Lehrer machen Witze und manche davon sind sogar lustig! Allgemein wird viel gelacht und dadurch wirken die Stunden nicht ganz so ernst. Auf jeden Fall eine Erleichterung für mich. Ich habe auch das Gefühl, dass die Lehrer viel motivierter sind. Die meisten sind männlich und noch relativ jung. Viele sind erst in den 30ern oder Anfang 40. Sie laufen durch den halben Raum und wirken etwas hyperaktiv. Letzte Woche hat mein Psychologylehrer einfach angefangen zu schreien. Ohne Grund, aber danach waren wenigstens alle wach. Arbeiten tun wir natürlich auch, zumindest ein bisschen. Schon nach vier Tagen wurden die ersten Tests angekündigt. Ich hatte voll Panik, weil wir noch gar nichts richtiges gemacht haben. Wissen wird aber gar nicht vorrausgesetzt. Denn die meisten Tests sind Multiple Choice. Und mit Partner. Und mit Buch. Und wenn man eine Antwort nicht weiß, fragt man einfach den Lehrer. Habe ich nichts dagegen. Natürlich wird das nicht immer der Fall sein, aber für den Moment bin ich ganz zufrieden. Besonders, weil ich viele Wörter in den Büchern übersetzen muss und deswegen das Lernen zu Hause noch länger dauert. Ich bin jeden Tag mit Hausaufgaben für 30-60 Minuten beschäftigt. Irgendwann muss man auch etwas richtiges lernen...
So langsam beginnen die Schulclubs. Überall hängen Zettel, die für diese werben. Die meisten sind direkt nach der Schule, 1x pro Woche oder Monat. Bis jetzt war ich im German Club, der sehr vielversprechend wirkt. Viele Leute waren dort und sind offensichtlich interessiert. Der Club kostet $15 pro Jahr und dieses Geld wird für Ausflüge nach Chicago, Filmabende oder !!!Pizza!!! ausgegeben. Ich bin wirklich sehr gespannt auf die weiteren Treffen. Nächste Woche ist das erste Meeting für den Writers Club. Ich will auf jeden Fall dorthin gehen und mich mit anderen (Hobby)- Autoren austauschen.
Morgen findet das Popcorn Festival in Valpo statt! Da mein Vater Pastor in einer der vielen Kirchen hier ist, haben wir ein float (= Festwaagen) gebaut, welches die Kirche repräsentiert. Es hat super viel Spaß gemacht mitzuhefen und ich freue mich total auf morgen! Wir haben lange gearbeitet und ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Natürlich sind wir nicht die Einzigen.Viele haben ein float gebaut und alle werden morgen präsentiert. Alle sind unterschiedlich, aber trotzdem haben sie eine Gemeinsamkeit: Popcorn. Entweder sind sie mit einer dicken Schicht bedeckt oder es hängen Kornpflanzen von ihnen herunter. Bestimmt werde ich ganz viele Fotos machen und sie mit euch teilen. Das wird super!

Euer Henry


 
 

Samstag, 16. August 2014

Ankuft in eine neues Leben!


Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #6                                          16.08.14

 Hahallihallo Leute!

Dieser Blog ist für meine Familie und für meine Freunde. Hier werdet ihr über die neusten Ereignisse informiert, die mein Austauschjahr 2014/2015 in Valparaiso, IN, USA betreffen!
Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht.  


Seit 9 Tagen bin ich jetzt hier. Ist es gut? Ja. Wie ist deine Familie? Super. Wann geht die Schule los? Bald. Schon eingelebt? So ziemlich. Irgendwelche Probleme? Noch nicht. Vermisst du Deutschland? Nicht wirklich. Kommt vielleicht noch. Die Sprache? Manchmal langsam, aber verstaendlich. Schon Freunde gefunden? Ja. Und sonst so? Alles cool. 

Die etwas laengere Version: (Sorry, ich habe auf der amerikanischen Tastatur keine Umlaute und irgendwie die Einstellungen zu aendern ist mir zu kompliziert). 
Also los geht's! 
Nach einem eigentlich ruhigen und langweiligen Flug sind einige andere Austauschschueler und ich in Chicago angekommen. Ich musste um 4 Uhr morgens aufstehen, aber besonders viel schlafen konnte ich eh nicht. Aufregung und so. Die Zeit die ich geschlafen habe, war daher umso besser. Und ich hatte ja genug Zeit im Flugzeug. Da nun jeder woanders hinmusste, haben wir uns getrennt. Zum Glueck musste noch eine andere ATschuelerin, genau wie ich, nach South Bend. Ein kleiner Ort mit einem kleinen Flughafen, dieser ist aber viel besser mit dem Auto zu erreichen als Chicago. Fast 3 Stunden haben wir fuer einen 30 Minuten Flug gewartet. Na ja, was solls. Wir schreiten also aus dem Flugzeug und wurden mit Blumen und Scheinwerfern empfangen. Tausende Menschen jubelten uns zu... nagut, nicht wirklich. Eigentlich musste ich dringend auf die Toilette. Jedenfalls haben wir dann unsere Koffer geholt und da standen sie: Mein Gastvater und mein Mit-ATS Harry aus China. Ich, total am ausrasten (im positiven Sinne), weil ich endlich angekommen bin und die beiden zum ersten Mal sehe, falle beiden um den Hals. War schon ein bisschen komisch. Ich kannte die beiden nicht wirklich, aber wusste, dass ich zu ihnen gehoere. Meine ersten Worte waren auf deutsch, bis mir dann aufgefallen ist, dass ich damit nicht sehr weit kommen werde. Es ist schon eine gewaltige Umstellung. Besonders Probleme mit Englisch hatte ich nie und ich kann mich bis jetzt sehr gut verstaendigen. Wenn ich dann nicht deutsch rede. Es hat mich sogar jemand gefragt, ob ich aus Minnesota komme. Ich nehme das einfach als Kompliment. Relativ muede bin ich dann in Valparaiso oder Valpo angekommen. Das Haus ist gross und wir haben sehr viel Platz. Ich habe mein eigenes Zimmer und ein eigenes Bad. Die ersten wichtigen Fragen wurden auch ohne zu fragen beantwortet. "You can call us Mom and Dad. You can eat everything in the fridge except things with a big NO on it." Super. Es ist schon komisch nahezu fremde Menschen Mom und Dad zu nennen, besonders wenn ich meine richtigen Eltern erst vor ein paar Stunden verabschiedet habe. Aber mittlerweile fuehle ich mich in die Familie integriert. "Fremd" sind sie auch nicht mehr. Und wo ist eigentlich Mom? Zu dem Zeitpunkt war sie gerade in Kalifornien um ihre Kinder zu besuchen. Ich habe sie dann ein paar Tage spaeter kennengelernt. Beide sind super freundlich und zuvorkommend. Genau wie Harry. Jeden Tag nach dem Abendessen spielen wir zusammen Karten. Schon jetzt haben wir ein gutes Familienleben und trotzdem habe ich noch genug Zeit alles zu verarbeiten. Besser haette es mich wirklich nicht treffen koennen. Ich bin sehr zufrieden und gluecklich. Und mir geht es gut. Trotzdem ist vieles noch ungewohnt und es ist echt anstrengend, genau weil alles neu ist. Niemand hat solch komische Steckdosen oder Lichtschalter.  Passt sehr gut, dass ich meinen Adapter vergessen habe. Vor ein paar Tagen hatten Harry und ich einen Termin in der High School. Man braucht wirklich nur 5 Minuten mit dem Fahrrad dorthin. Aus mind. 200 verschiedenen Faechern konnten wir uns welche aussuchen. Und im 1. Semester habe ich andere Stunden als im 2. Halbjahr. Die Auswahl viel trotzdem schwer. Ich habe sehr viel englische Literatur, Geschichte und andere Sozialwissenschaften. Ich werde Senior sein. Vielleicht war es doch keine so gute Idee Mathe abzuwaehlen, aber ich wiederhole die 11. Klasse sowieso in Deutschland. Also geniesse ich das Jahr umso mehr. Ich habe mein eigenes Schliessfach bekommen und wir haben uns die Schule angeguckt. Ohne eine Karte haette ich mich verlaufen. Schon die Turnhallen (Hallen!) und das Theater innerhalb der Schule sind groesser als meine gesamte Schule in Deutschland. Zumindest scheint es so. Mal ganz abgesehen von den Aussenanlagen. Ausserdem gibt es im Keller der Schule ein Schwimmbecken und eine grosse Bibliothek. Am Mittwoch (20.08.14) ist mein erster Schultag. Das wird super! In der Zwischenzeit machen wir ein paar Erledigungen und ich lerne weiter ein amerikanisches Leben kennen.
Schon nach 9 Tagen hier kann ich sagen, dass dieses Jahr bestimmt einer meiner besten Entscheidungen war. Jeden Tag lerne ich etwas neues. Meine ersten Eindruecke sind sehr positiv und ich wurde super empfangen. Es geht mir gut und ich gebe weiter mein Bestes! 

Euer Henry

Montag, 4. August 2014

Abschied nehmen 


Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #5                                          04.08.14

 Hahallihallo Leute!

Dieser Blog ist für meine Familie und für meine Freunde. Hier werdet ihr über die neusten Ereignisse informiert, die mein Austauschjahr 2014/2015 in Valparaiso, IN, USA betreffen!
Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht.  

 
An der Schwelle

Ich bin an einer Klippe
Und nehme Abschied von allem
Bin müde und bedrückt
Und trotzdem voller Energie


Wäre fast gefallen
Und für immer verloren
Doch du hast mich genommen
Und nicht aufgegeben


Irgendwann war es so weit
Ich musste weiter den dunklen Gang
Bis ein kleiner Lichtstrahl kommt
Und mein Herz berührt


Die Zeit ging schnell vorbei
Mit Tiefen und Höhen
Habe viel gelernt
Und noch mehr gefunden


Ich bin an einer Klippe
Und nehme Abschied von allem
Bin neugierig und froh
Und trotzdem voller Schmerz











 

Samstag, 28. Juni 2014

Abflug?


Austauschjahr 2014/2015 - Henry Goes USA #4                                          28.06.14

 Hahallihallo Leute!

Dieser Blog ist für meine Familie und für meine Freunde. Hier werdet ihr über die neusten Ereignisse informiert, die mein Austauschjahr 2014/2015 in Valparaiso, IN, USA betreffen!
Ich werde immer dann schreiben, wenn etwas neues ansteht 

Endlich habe ich mein Abflugdatum bekommen! Ich werde voraussichtlich am 7.August.2014 von Frankfurt a.M. nach Chicago fliegen. Ich freue mich riesig, weil jetzt alles für das Austauschjahr fertig ist. Alle Dinge die dafür notwendig sind, sind nun erledigt. Schon ein komisches Gefühlt, vor allem weil es jetzt nur noch warten heißt. Außerdem fliege ich ein bisschen früher als viele meiner Austauschkollegen, womit ich sehr zufrieden bin. Einige warten nämlich noch auf ihre Gastfamilie und reisen daher etwas später. Ich muss erstmal realisieren, dass es schon in knapp einem Monat losgeht! Erst vor ein paar Monaten habe ich mich für dieses Jahr beworben und jetzt bin ich an diesem Punkt angelangt. Mir kommt es vor, als ob es gestern gewesen ist. Ich hoffe meine Zeit in Valpo wird nicht so schnell vorbei sein! 

Henry